Aufklärungsbogen

Gemeinschaftspraxis für Gefäßkrankheiten
Dr. med. Peter Müller/ Dipl.-Med. Kai-Uwe Schüler

Fachärzte für Chirurgie -Gefäßchirurgie-

Pettenkoferstraße 1 (Im Ring-Center Frankfurter Allee)
10247 Berlin

 

 

Liebe Patientin, lieber Patient,

die Therapie der Varicosis (Krampfaderleiden) stellt einen Schwerpunkt unserer Praxistätigkeit dar. Nachfolgend wollen wir Ihnen daher einige Aspekte dieser Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten erläutern.

 

Was sind Krampfadern?

Krampfadern (Varizen) sind erweiterte Venen, also Körpergefäße, die das Blut zum Herzen zurück transportieren sollen. Am häufigsten entstehen Varizen aus oberflächlichen Venen an den Beinen.
Da der Druck im venösen Kreislauf relativ gering ist, haben gesunde Venen Klappen, die wie kleine Rückschlagventile wirken. Sie lassen den Blutstrom nur in Richtung Herz zu und verhindern im Stehen das Zurückfließen des Blutes nach unten.
Bei einer Krampfaderbildung erweitern sich die Venen, so dass die Venenklappen nicht mehr schließen. Am herabhängenden Bein kann das Blut nicht mehr zum Herzen transportiert werden, bleibt in den Krampfadern stehen und staut sich hier.
Ohne Behandlung kann es zu Schmerzen, Spannungsgefühl, Hautveränderungen und schließlich Unterschenkelgeschwüren (“offenen Beinen”) kommen. Deshalb sollte die Behandlung möglichst früh beginnen.

 

Wie können Krampfadern behandelt werden?

Zunächst gibt es die konservative (nicht operative) Therapie. Hierbei werden die Beine elastisch gewickelt oder mit Kompressionsstrümpfen versorgt. Die Krampfadern werden komprimiert, der Rückstrom des Blutes zum Herzen gefördert, Krankheitssymptome können gelindert werden. Die Kompressionstherapie kann jedoch die Krampfadern nicht beseitigen.
Kleinere Krampfadern und vereinzelte größere Seitenastvarizen können mit einer weiteren nicht operativen Therapie, der Verödung (Sklerosierung), behandelt werden. Hierbei wird ein Verödungsmittel direkt in den erkrankten Venenabschnitt gespritzt und löst hier eine lokale Schädigung der Venenwand mit nachfolgendem Verschluss aus. Für die Behandlung der Stammvenenvaricosis (sog. große oder kleine Rosenvenen) ist dieses Verfahren jedoch nicht erfolgversprechend, da sich in großen Venen die Verteilung des Verödungsmittels nicht exakt steuern lässt.

In diesen Fällen der Stammvenenvaricosis sollten daher die operativen Therapieverfahren zur Anwendung kommen Wir wenden hierbei das Strippingverfahren nach Babcoc oder die ultraschallgestützte endovasale Laserocclusion an. Beide Verfahren werden in unserer Praxis als ambulante Operationen in einer schonenden Allgemeinnarkose durchgeführt. Bei stationären Operationen in unseren Belegkliniken (Vivantes Klinikum Prenzlauer Berg oder Sana-Klinikum Lichtenberg (MZL)) kommt noch die Möglichkeit der Epiduralanästhesie hinzu.
Beim Strippingverfahren werden die Einmündungsstellen der Venae saphenae magna oder- parva (große oder kleine Rosenvene) über einen kleinen Hautschnitt freigelegt, die Venen nach zentral, zum tiefen Venensystem hin, unterbunden und nach peripher auf die Strippersonde aufgefädelt. Im Bereich der letzten defekten Venenklappe wird die Sonde ausgeleitet. Nach peripherer Venenunterbindung wird schließlich der erkrankte, varicöse Venenabschnitt mit der Sonde herausgezogen (“gestrippt”). Manchmal muss der Eingriff um einige kleinste Schnitte erweitert werden, um zusätzliche Seitenastvarizen zu beseitigen. Beim Strippingverfahren wenden wir regelmäßig die Blutleere mittels Lövquist-Rollmanschette an, um die Ausbildung von Blutergüssen möglichst gering zu halten.
Bei der ultraschallgestützten endovasalen Laserocclusion wird unter Ultraschall-Sicht die varicöse Stammvene punktiert, in Ausnahmefällen über einen sehr kleinen Hautschnitt. Durch die Punktionskanüle wird die Laserfaser in die Krampfader eingeführt und bis kurz vor die Einmündungsstelle ins tiefe Venensystem vorgeschoben. Dadurch ist bei dieser Operation kein zentraler Hautschnitt nötig. Der Laserkatheter ist ein Lichtleiter, an dessen Spitze Laserlicht austritt, welches punktuell eine erhebliche Wärmeenergie freisetzt. Dies führt zu Gerinnung des Blutes in der Krampfader, einer Schädigung der Varizen-Innenwand, zur Schrumpfung und schließlich zum Verschluß des Gefäßes. Im kontinuierlichen Rückzugsverfahren unter gesteuerter Abgabe der Laserenergie wird so die gesamte Krampfader verschlossen. Sie verbleibt im Körper.

Das Risiko beider Operationsverfahren ist gering. Die Komplikationsrate liegt unter 1%.

Vor jedem operativen Eingriff wird der Operateur mit Ihnen ein individuelles und ausführliches Aufklärungsgespräch führen, bei dem  Ihre noch offenen Fragen zu OP-Methode, zu Komplikationsmöglichkeiten, zur Nachbehandlung, Arbeitsunfähigkeit und weiteren Prognose der Erkrankung geklärt werden können.

 

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